Rund um Bremen

Warum heißt die Schlachte in Bremen „Schlachte“?

Der Name hat nichts mit einer Schlacht zu tun. Er kommt vom niederdeutschen „slagte“ und meint das Einschlagen von Uferpfählen, die mit Balken und Flechtwerk das Weserufer sicherten. Schriftlich belegt ist der Ort zuerst 1250 als „slait“, später als „slagte“ und „slacht“.

  • Niederdeutsch „slagte“
  • Erstmals belegt 1250
  • Alter Hafen der Stadt
  • Heute rund 660 m Promenade

Pfähle statt Pulverdampf

Wer zum ersten Mal an der Weser steht, denkt bei „Schlachte“ an Krieg. Bremer kennen die Frage. Die Antwort liegt im Ufer selbst: Hier wurden Holzpfähle in den Flussrand geschlagen, Balken und Flechtwerk hielten sie zusammen. So entstand ein fester Uferstreifen, an dem Schiffe anlegen konnten. Das niederdeutsche Wort für dieses Befestigen gab dem Ort seinen Namen. Die Pfähle sind längst verschwunden. Der Name ist geblieben.

Wie alt der Name ist

Schon 1247 ließen sich Kaufleute auf dem bis dahin unbebauten Uferstreifen vor der Stadtmauer nieder. 1250 taucht das Gebiet zum ersten Mal in den Quellen auf, als „slait“. Im selben Jahr verpflichtete ein Privileg die Wassermüller, diesen Uferabschnitt instand zu halten. In späteren Schriften heißt es „slagte“ oder „slacht“. Aus diesen Formen ist die heutige Schreibweise geworden.

Vom befestigten Ufer zum Hafen der Hansestadt

Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts wird an der Schlachte ein Hafenbetrieb angenommen. Im Spätmittelalter legten hier vermutlich noch Schiffe bis etwa 100 Tonnen an, zum Beispiel Koggen wie die Bremer Hansekogge. Die Schlachte war damit nicht nur Flusshafen, sondern hatte auch eine Funktion als Seehafen. Ein Holzschnitt von 1550/54 zeigt einen hölzernen Kai. Später ersetzte eine steinerne Kaimauer das Holz.

Zwischen 1600 und 1830 war der Hafen rund 450 Meter lang. Er reichte von der Martinikirche fast bis zum Kornhaus. Auf der Stadtseite standen Kaufmanns- und Speicherhäuser und Wirtshäuser, am Ufer Kräne und Waagen. Zwei Ratsherren hatten die Aufsicht, unterstützt von Hafenmeister, Schreiber und Wachen. Böttcher, Packer, Kranführer und Träger bewegten die Ladung. Wer heute an der Schlachte sitzt, sitzt also mitten auf dem alten Arbeitsplatz der Stadt.

Warum die Schiffe gingen

Im 19. Jahrhundert verlagerte sich der Umschlag. 1860 eröffnete der Weserbahnhof und verband das Weserufer mit der Eisenbahn, 1862 bekam auch Bremerhaven einen Bahnanschluss. Ab 1884 entstanden im Zuge der Weserkorrektion neue Hafenbecken für Seeschiffe westlich des Weserbahnhofs. Als Umschlagplatz für die Seeschifffahrt hatte die Schlachte damit ausgedient.

Was davon heute bleibt

1985 wurde die Straße zur Fußgängerzone. Zwischen 1993 und 2000 wurde die Schlachte im Rahmen des Expo-Projekts „Stadt am Fluß“ neu gestaltet. Heute ist sie offiziell rund 660 Meter lang und reicht von der Ersten Schlachtpforte an der St.-Martini-Kirche bis zur Jugendherberge an der Kalkstraße. Unten liegen die Schiffsanleger und die Promenade, oben verläuft die Straße. Die Gastronomie bietet zusammen rund 2.000 Plätze im Freien. Wie sich ein Abend dort heute anfühlt, lesen Sie in unserem Artikel Die Schlachte: Bremens Weserpromenade.

Auf dem alten Hafen übernachten

Das Kangarooms steht an der Schlachte 30a, direkt an der Weser und über dem Restaurant Kangaroo Island. Zehn Nichtraucherzimmer, Check-in rund um die Uhr, Kaffee, Tee und Wasser kostenlos auf der Etage. Zum Marktplatz mit Rathaus und Roland gehen Sie etwa 7 Minuten, zum Hauptbahnhof etwa 10. Wer die Geschichte der Schlachte zu Fuß erleben will, startet direkt vor der Tür mit unserem Altstadt-Rundgang ab Hotel. Verfügbarkeit prüfen und direkt buchen.

Häufige Fragen

Fragen zum Namen der Schlachte

Hat die Schlachte etwas mit einer Schlacht zu tun?
Nein. Der Name kommt vom niederdeutschen „slagte“ und beschreibt das Einschlagen von Uferpfählen, mit denen das Weserufer befestigt wurde.
Seit wann gibt es die Schlachte?
Als „slait“ ist das Gebiet 1250 erstmals schriftlich belegt. Kaufleute hatten sich dort schon 1247 vor der Stadtmauer niedergelassen.
Wie lang ist die Schlachte heute?
Offiziell rund 660 Meter, von der Ersten Schlachtpforte an der St.-Martini-Kirche bis zur Jugendherberge an der Kalkstraße.
Kann man direkt an der Schlachte übernachten?
Ja. Das Kangarooms liegt an der Schlachte 30a, mit zehn Nichtraucherzimmern und Check-in rund um die Uhr.
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Schlachte 30a · 28195 Bremen